 Es
war irgendwann zwischen 1985 und 1987….
Einige Club-Fans - überwiegend aus Selbitz- besuchten schon seit
einigen Jahren regelmäßig getrennt voneinander die Heimspiele
unseres ruhmreichen FCN, als man beschloß, Fahrgemeinschaften zu
bilden um die Spiele zukünftig gemeinsam zu besuchen.
Als man sich zufällig auf dem Bergfest in Hirschberglein im Mai
1987 traf, kam der Vorschlag zur Gründung eines Fanclubs auf.
Nach einigen Sitzungen trafen sich schließlich 7 Personen zur
Gründung des Fanclubs am 08.Januar 1988 im Gasthaus Stengel in
Selbitz.
Nach langen Diskussionen über den Namen des Fanclubs entschied
man sich schließlich für „Bockpfeifer“. Der
Bockpfeifer ist das Selbitzer Stadtwappen. Der Name kommt daher, dass
die Selbitzer schon immer ein musikalisches Völkchen waren, die
es verstanden, schöne und lustige Feste zu feiern und gern durch
die Lande zogen (was ja auch für Club-Fans zutrifft).
Da es schon damals eine gute Fan-Freundschaft mit Schalke gab, entschloss
man sich, beide Wappen in unser Logo aufzunehmen. Der Kontakt zu befreundeten
Schalke-Fans wird bis zum heutigen Tag gepflegt. Ganz besonders eng
ist die Verbundenheit zu dem Schalke Fanclub Emspower aus Rheine, mit
weit über 350 Mitgliedern einer der größten seiner
Zunft.
Irgendwann im Herbst 1988 wurde uns von unserem Bezirkskoordinator
Herrn Otto Scheer die offizielle Gründungsurkunde überreicht.
Man besuchte mittlerweilen fast jedes Heimspiel des 1.FC Nürnberg
in der 1.Bundesliga. Auch einige Fahrten zu Auswärtsspielen wurden
unternommen. Die Mitgliederzahl wuchs ständig und so konnte man
am 20.02.1988 zum ersten Mal eine Busfahrt ins Stadion am Valznerweiher
organisieren. Als man am 33. Spieltag der Saison 87/88 beim legendären
3:2 gegen Kaiserslautern schließlich in den UEFA-Cup einzog,
entschloss man sich spontan, dass erste Auswärtsspiel zu besuchen,
egal wo es stattfindet. Nürnberg grüßt Europa… lautete
das Motto als man am 03.September 1987 zu viert nach Rom aufbrach.
Ein unvergessliches Erlebnis, konnte doch das Spiel bei diesem europäischen
Top-Verein mit 2:1 gewonnen werden. Leider schied man im Rückspiel
in der Baustelle Frankenstadion unglücklich nach Verlängerung
aus.
Nach vielen weiteren Busfahrten konnte im Mai 1990 die erste Fanclub-Fahrt
organisiert werden. Man besuchte das letzte Saisonspiel in Kaiserslautern.
Die Busfahrt incl. Verköstigung war für alle Mitglieder frei.
Unvergessen damals die „Köpke für Deutschland“-Rufe
aus der Lauterer Fankurve!
Zwischen 1990 und 1994 konnte fast zu jedem Heimspiel eine Busfahrt
organisiert werden. Auch sehr viele Auswärtsspiele wurden besucht.
Highlights waren natürlich immer die Derbys gegen unsere ungeliebten
Nachbarn aus Nordösterreich und die Spiele auf Schalke zu einer
Zeit, als die Fanfreundschaft zwischen Glubberern und Schalker noch
intensiver gelebt wurde.
In diese Zeit fiel auch das 5-Jährigen Jubiläum des Fanclubs.
Aus diesem Anlass konnte 1993 in der FT Turnhalle in Naila erstmals
die Bezirksversammlung aller oberfränkischen Fanclubs unter Leitung
von Otto Scheer abgehalten werden. Neben zahlreichen Fanclubs und Offiziellen
vom 1.FC Nürnberg haben damals auch die Spieler Alain Sutter und
Sergio Zarate den Weg in den Frankenwald gefunden. Als Sutter sich
beschwerte, dass man Naila so schwer findet, wurde ihm entgegnet, dass
wir auch alle 14 Tage nach Nürnberg finden müssen.
Trotz des bitteren Abstiegs 1994 in Liga 2 .wurde dem Fanclub und
dem FCN natürlich weiterhin die Treue gehalten. Es wurde sich
auch ein VW-Bus angeschafft, der vor allem für Auswährtsfahrten
genutzt wurde. Zu den Heimspielen wurden nach wie vor Reisebusse eingesetzt.
Nachdem man sich 1995 nur durch den Lizenzentzug von Saarbrücken
in der Liga halten konnte, trat 1996 der Super-Gau ein: Der ruhmreiche
FC Nürnberg stieg in die Regionalliga ab. Unglaublich! Doch alle
Befürchtungen, dass die Begeisterung nachlassen könnte, traten
nicht ein. Im Gegenteil: die Bockpfeifer konnten viele neue Interessenten
gewinnen, so dass die Mitgliederzahl auf über 50 anstieg.
Deshalb wurden auch in der Regionalliga fast alle Heim- und Auswärtsspiele
besucht. Der Club schaffte auch souverän den sofortigen Wiederaufstieg
und sogar den Durchmarsch in Liga 1.
In diesem Zeitraum fanden auch die Bockpfeifer ein neues zu Hause.
In der Gaststätte der FT Naila wurde uns ein sehr schöner
Fanclub-Raum zur Verfügung gestellt, den wir nach unseren Vorstellungen
gestalten durften und der auch heute noch unser Treffpunkt ist. Für
diesen Raum und für die Nutzung des Saales sind wir der Vorstandschaft
der Freien Turner Naila sehr dankbar.
1997 dann ein weiteres Highlight für einige Mitglieder, die gemeinsam
mit dem Schalke-Fanclub Rheine das UEFA-Cup Finale in Mailand besuchten.
20.000 Schalker und einige Bockfeifer feierten den UEFA-Cup Sieg der
Königsblauen ausgiebig.
Im Jahr 1998 konnte der Fanclub dann sein 10-Jähriges feiern.
Offizielle vom FCN und ehemalige Spieler bildeten den Rahmen einer
unvergesslichen Feier am Sportplatz in Meierhof. Leider machten wir
damals einen großen Fehler: für die Fanclub-Mitglieder waren
die Getränke frei, so dass vom erhofften Gewinn kaum etwas übrig
blieb…
Der FCN entwickelte sich Ende der Neunziger mehr und mehr zur Fahrstuhlmannschaft.
Möglicherweise war das mit ein Grund, warum das aktive Interesse
der Fanclub-Mitglieder etwas nachließ. Da man kaum mehr Busse
zu den Heimspielen vollbrachte und nur noch ein harter Kern von etwa
12 Personen regelmäßig zu den Spielen fuhr, wurden von nun
an mit unseren Freunden vom Fanclub Frankensturm Geroldsgrün Busfahrten
gemeinsam organisiert. Bis heute fahren wir zusammen zu den Heim- und
Auswärtsspielen unseres Clubs. Die Zusammenarbeit zwischen beiden
Fanclubs funktioniert hervorragend.
Im Jahr 2006 wurde ein neuer gebrauchter VW-Bus angeschafft. Selbstverständlich
haben wir den Bus rot-schwarz lackieren lassen und FCN-gerecht gestaltet.
In Rostock war unser auffälliger Bus allerdings einigen Fans der
Gastgeber ein Dorn im Auge und so musste man die Heimfahrt ohne Heckscheibe
antreten.
Das vergangene Jahr war sicherlich für den Fanclub das bisher
schönste seiner 20-jährigen Geschichte. Der FCN spielte erfolgreich
wie lange nicht. Am Ende der Saison 2006/2007 erreichte der Club den
sechsten Tabellenplatz in der Bundesliga und stand im DFB-Pokalfinale!
Im vollbesetzten Bus fuhr man gemeinsam mit dem Fanclub Frankensturm
nach Berlin und feierte den ersten Titel seit 39 Jahren!
Durch diesen Sieg spielte man auch das erste Mal seit 20 Jahren wieder
im UEFA-Cup. Selbstverständlich entschied man sich wieder - wie
vor zwanzig Jahren-, das erste Auswärtsspiel unserer Mannschaft
zu besuchen, egal wie der Gegner auch immer heißt. Nachdem einige
Mitglieder in Bukarest vor Ort waren, entschloss man sich auch St.
Petersburg in Angriff zu nehmen. Nachdem der Club entgegen aller Prognosen
die Vorrunde überstand, spielte man im Ko-Spiel gegen Benfica
Lissabon. Kurzentschlossen wurde eine Reise in die portugisische Hauptstadt
organisiert. 16 Fanclub-Mitglieder waren schließlich bei der
knappen 1-0 Niederlage dabei. Es waren dennoch unvergessene Tage in
Lissabon. Leider schied man im Rückspiel äußerst unglücklich
aus. Zwei Minuten vor Schluß stand der Club noch im Achtelfinale…
Wer von besseren Zeiten träumte, wurde ein Jahr nach dem Pokalsieg
jäh auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Völlig überraschend
und unnötig stieg der Club wieder mal in die zweite Liga ab. Der
Glubb is halt a Debb….
Nach zwei Wochen Wut und Trauer entschieden sich jedoch wieder 11
Mitglieder, auch für die neue Zweitliga-Saison eine Dauerkarte
zu bestellen.
Uns so ziehen die Bockpfeifer weiter singend durch die Lande, um das
ein oder andere Festchen zu feiern…
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